Let’s go fishing…

…so oder so ähnlich wurde vor kurzem bei uns der Plan ausgerufen, sich verstärkt um ausländische Doktoranden zu kümmern. Am besten die, die ihre Finanzierung schon mitbringen. Woher die Doktorandin kommt – egal, wer ihn bezahlt – egal, Hauptsache – wir müssen sie nicht bezahlen und er kann was für uns tun, unentgeltlich. Der Alltag der Doktoranden sieht dann dementsprechend aus bei uns. Und auch hier, wie auch bei Open Source Software, gilt, kostenlos ist nicht gleich kostenlos. Man sollte wenigstens Zeit und eine dementsprechende Betreuung anbieten. Da die Damen und Herren Betreuer und Arbeitsgruppenleiter dies allerdings nicht können (und wollen), fristet der Doktorand aus dem Ausland in unserem Institut ein Doktorandendasein zweiter Klasse: keine Betreuung, keine Integration, eine Aufgabe, die maximal auf Masterarbeitsniveau liegt und dementsprechend eine recht geringe Wertschätzung. Außerdem werden unsere Doktoranden angehalten, fleißig zu publizieren, damit sich der Betreuer ja fein mit auf die Publikation setzen kann. Wer sich schon immer gefragt hat, wie es ein Professor Dr. Dr. Schießmichtot tatsächlich auf mittlere zweistellige Publikationswerte pro Jahr bringen kann, dies ist eine mögliche Taktik. Nicht dass es uns einheimischen Doktoranden groß anders gehen würde, nur ist diese Tatsache bei unseren Gaststudenten besonders eklatant. Gefangen in der neuen und interkulturellen Situation, wird recht wenig hinterfragt – das wird hier halt in Germanien so gemacht. „Fishing for phd students“ – wtf.

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